Background Checking – Darauf müssen Sie achten

1. April 2018
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Jeder Arbeitgeber möchte natürlich genau wissen, wen er in seinem Unternehmen einstellt und ob der favorisierte Kandidat auch wirklich geeignet ist. Häufig stellen sich dabei Fragen nach Vorstrafen, der finanziellen oder gesundheitlichen Lage. Doch was ist beim sogenannten Background Check überhaupt erlaubt? In unserem neuen Blog-Beitrag klären wir von jobprofile.de Sie über alle wichtigen Punkte rund ums Thema Background Check auf.

Warum führen Arbeitgeber Background Checks durch?

In den Bewerbungsunterlagen sind alle wichtigen Informationen über die Bewerber enthalten? Aus Sicht der Arbeitgeber nicht unbedingt. So ist es für Arbeitgeber durchaus wichtig, ob Ihr potentieller Angestellter tief in den Schulden steckt, wenn es um die Vergabe eines Jobs mit finanzieller Verantwortung geht oder ob der potenzielle Angestellte, der für das Warenlager gesucht wird, über Rückenschmerzen klagt und nicht schwer heben darf. Diese Informationen sind für Arbeitgeber nicht aus den Bewerbungsunterlagen ablesbar, können für die Vergabe der offenen Stelle aber durchaus relevant sein.

Natürlich wollen Arbeitgeber auch sicher gehen, dass die in den Unterlagen angegebenen Informationen wahrheitsgemäß sind. Schätzungen zufolge enthalten 40 Prozent aller Lebensläufe falsche oder leicht abgeänderte Angaben. Wird die offene Stelle an einen falschen Bewerber vergeben und dieser leistet daraufhin schlechte Arbeit, kann der Arbeitgeber wegen Fahrlässigkeit zur Verantwortung gezogen werden. Es kann auch passieren, dass er beschuldigt wird, keine gründliche Überprüfung des Bewerbers durchgeführt zu haben.
In erster Linie dient der Background Check also zur Absicherung der Arbeitgeber, dass die offene Stelle auch an den richtigen Kandidaten vergeben wird. Dennoch ist bei einem Background Check längst nicht alles erlaubt. Generell gilt: Bei der Überprüfung der Job-Kandidaten darf nicht gegen das Persönlichkeitsrecht und dem Gesetz des Bundesdatenschutzes verstoßen werden.

Welche Informationen dürfen mit dem Background Check ermittelt werden?

Der Background Check der Bewerber darf lediglich einstellungsrelevante Fragen und Recherchen beinhalten. Alles was darüber hinausgeht kann gegen das Persönlichkeitsrecht oder den Datenschutz verstoßen. In gewissen Fällen bzw. bei bestimmten Stellenausschreibungen ist es Arbeitgebern gestattet, gewisse Aspekte zu erfragen. Wir klären Sie im Folgenden auf, was bei einzelnen Punkten zu beachten ist.

Fragen nach der kriminellen Vergangenheit

Lediglich in Ausnahmefällen ist es Arbeitgebern gestattet nach Vorstrafen oder laufenden Ermittlungen zu fragen, beispielsweise wenn diese im Konflikt zu der ausgeschriebenen Stelle stehen. So dürfen unter anderem Bewerber auf eine Stelle als Busfahrer nach bisherigen Verkehrsdelikten gefragt werden. Steht diese Frage in keinem Verhältnis zum ausgeschriebenen Job haben die Bewerber das Recht zu lügen und können auch nicht gekündigt werden, sollte diese Lüge später aufgedeckt werden.

Wie sieht die finanzielle Situation der Bewerber aus?

Handelt es sich bei dem ausgeschriebenen Job um eine Stelle in der Buchhaltung oder mit anderen finanziellen Verantwortungen (Umgang mit Kassen, Konten etc.) ist für viele Arbeitgeber die Überprüfung der finanziellen Lage der Kandidaten wichtig: Zahlen die Bewerber ihre Miete regelmäßig, stecken sie vielleicht in Schulden?

Für die Überprüfung der Finanzen holen sich Arbeitgeber daher häufig eine Schufa-Auskunft ein. Diese können jedoch nicht einfach vom Arbeitgeber selbst eingeholt werden. Vielmehr bitten sie um eine Eigenauskunft der Bewerber. Jedoch haben Arbeitgeber kein Anrecht auf eine vollständige Auskunft, da sich auch private Lebensumstände, wie Privatschulden, aus der Schufa-Auskunft ablesen lassen. Diese wiederum gehen den Arbeitgeber allerdings nichts an. Arbeitgeber dürfen außerdem nur bei einem Arbeitsverhältnis mit besonderer Vertrauensstellung um eine Eigenauskunft seitens der Bewerber bitten.

Fragen nach körperlichen oder geistigen Einschränkungen

Besonders sensibel werden in Deutschland Fragen nach dem Gesundheitszustand behandelt. Fragen zu körperlichen oder geistigen Behinderungen sind im Rahmen des Background Checkings daher nicht zulässig. Ausnahme sind bestimmte Frageformulierungen, mit denen es Arbeitsgebern zulässig ist mögliche Einschränkungen zu erfragen. So ist beispielsweise folgende Formulierung gestattet: „Gibt es Einschränkungen physischer oder psychischer Art, die Ihnen die Ausübung der Tätigkeit unmöglich macht?“.

Mit der Ausnahme von Positionen mit einer großen Verantwortung, beispielsweise in der Luftfahrt, müssen Arbeitnehmer keine Auskunft über gelegentliche Depressionen geben.

Background Check des Privatlebens

Die Auskunft über eine Partnerschaft oder einem Familienwunsch sind nicht zulässig. Sollte ein Arbeitgeber dennoch Fragen zu diesen Punkten stellen, haben die Bewerber das Recht zu lügen. Auch Freizeitaktivitäten wie das Ausüben von Extremsportarten gehen den Arbeitgeber nichts an, insofern der Job vom Arbeitnehmer uneingeschränkt ausgeübt werden kann.

Private Informationen dürfen Arbeitgeber auch nicht aus sozialen Netzwerken wie Facebook beziehen. Handelt es sich bei dem Netzwerk jedoch um ein Karriereportal, wie zum Beispiel Xing, darf auf die dort angegebenen Informationen für das Bewerbungsverfahren zurückgegriffen werden.

Politische und religiöse Neigungen

Welcher Partei die Job-Kandidaten ihre Stimme geben oder ob sie Mitglied in einer Partei sind, geht den Arbeitgeber grundsätzlich nichts an. Ausnahme ist es jedoch, wenn die politische Neigung direkte Auswirkungen auf die Tätigkeit im Job hat. Zeitungen sind beispielweise in eine bestimmte politische Richtung aufgestellt. Fragen zu Ihrer politischen Ausrichtung sind in diesem Falle durchaus zulässig.

Gleiches gilt auch für Institutionen, die an die Kirche angeschlossen sind. Fragen nach der eigenen Religion sind dann auch hier zulässig.

Background Checking – Was sonst noch wichtig ist

Ein Background Check findet während des Bewerbungsgespräches in Form von gezielten Fragen statt, für Recherchen außerhalb des Gespräches benötigt der Arbeitgeber jedoch eine schriftliche Einverständniserklärung des Bewerbers. Werden im Bewerbungsgespräch unzulässige Fragen, zum Beispiel zum Thema Familienplanung, gestellt, haben die Kandidaten das Recht zu lügen. Alle anderen Fragen müssen von den Bewerbern wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Wird beim Background Check etwas entdeckt, was zu einer Absage der Stelle führt, sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Bewerber zu informieren und eine Kopie der Berichte vorzuzeigen. Diese Regelung dient dem Schutz der Bewerber. Sollten die gefundenen Informationen nicht stimmen, haben die Bewerber die Chance dies richtig zu stellen und den Fehler zu korrigieren.

Informationen des Background Checkings dürfen nicht zur Diskriminierung verwendet werden. Eine Diskriminierung liegt vor, wenn die Vergabe der Stelle von der nationalen Herkunft, der Rasse, dem Geschlecht, einer Behinderung, der Religion, Erbinformationen oder dem Alter (bei Bewerbern über 40 Jahren) abhängt.

Ein Background Check muss außerdem entweder bei allen Bewerbern oder gar nicht angefordert werden. Überprüft ein Arbeitgeber beispielsweise die kriminelle Vergangenheit, so muss er dies sowohl bei männlichen als auch weiblichen Bewerber machen. Sollte der Arbeitgeber nur männliche Kandidaten prüfen, kann dies als Diskriminierung hinsichtlich des Geschlechts ausgelegt werden.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Background Checking, kontaktieren Sie uns einfach. Wir freuen uns, wenn wir Ihnen weiterhelfen können. Wir bieten außerdem umfangreiche Dienste für Arbeitgeber, damit Sie einen geeigneten Kandidaten für Ihre ausgeschriebene Stelle finden.

Kontakt

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Diana Kullmann

Personalberaterin

jobprofile GmbH, Ostra-Allee 35, 01067 Dresden, Tel.: 0351-8295825, E-Mail: kullmann@jobprofile.de
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Personalberaterin

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